Ratgeber Lebenslauf
Lebenslauf schreiben: so bauen Sie ihn Schritt für Schritt auf
Ein Lebenslauf für den deutschen Arbeitsmarkt folgt klaren Erwartungen: tabellarisch, lückenlos, auf die Stelle zugeschnitten. Diese Anleitung führt Sie durch jeden Abschnitt, zeigt starke und schwache Formulierungen und erklärt, was Sie weglassen können.
Wie schreibe ich einen Lebenslauf richtig?
Beginnen Sie mit den persönlichen Daten, dann folgen Berufserfahrung, Ausbildung, Weiterbildungen und Kenntnisse, jeweils mit der neuesten Station oben und Monats- und Jahresangaben. Beschreiben Sie pro Stelle drei bis fünf Ergebnisse statt Aufgaben. Passen Sie den Lebenslauf an jede Ausschreibung an, bleiben Sie bei höchstens zwei Seiten und schließen Sie mit Ort, Datum und Unterschrift.[1][2]
Die wichtigsten Regeln auf einen Blick
| Thema | Üblich in Deutschland |
|---|---|
| Reihenfolge | Zeitlich absteigend: die aktuelle Beschäftigung zuerst. |
| Umfang | Höchstens zwei DIN-A4-Seiten. |
| Lücken | Unterbrechungen unter drei Monaten zwischen zwei Stellen müssen nicht erklärt werden. |
| Anpassung | Für jede Stelle neu gewichten: Geforderte Kenntnisse nach vorn, Unwichtiges weglassen. |
| Unterschrift | Ort, Datum, Unterschrift mit Vor- und Nachnamen; online eingescannt. |
| Anlagen | Zeugnisse und Nachweise, die für die Stelle relevant sind. Per Post nur Kopien, keine Originale. |
Abschnitt für Abschnitt: was hineingehört
Der Bewerbungskompass der Arbeitsagentur gliedert den Lebenslauf in zwei Teile: oben die persönlichen Daten, darunter alle Stationen mit Monats- und Jahresangaben. So füllen Sie die einzelnen Abschnitte.
| Abschnitt | Inhalt | Tipp |
|---|---|---|
| Persönliche Daten | Name, Anschrift, Telefon, E-Mail. Optional Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit, Familienstand. | Eine seriöse E-Mail-Adresse mit Ihrem Namen. Optionale Angaben nur, wenn sie Ihnen nützen. |
| Kurzprofil | Zwei bis drei Sätze: wer Sie beruflich sind und was Sie der Stelle bieten. | Kein Pflichtteil, aber hilfreich bei Branchenwechsel oder langer Laufbahn. |
| Berufserfahrung | Zeitraum, Position, Arbeitgeber, Ort, drei bis fünf Stichpunkte. | Ergebnisse mit Zahlen, wo es sie wirklich gibt. |
| Ausbildung, Studium | Zeitraum, Abschluss, Einrichtung, ggf. Note und Schwerpunkt. | Berufseinsteiger stellen diesen Abschnitt vor die Berufserfahrung. |
| Weiterbildungen | Titel, Anbieter, Jahr. | Nur, was zur Stelle passt. |
| Kenntnisse | Sprachen mit Niveau, IT-Kenntnisse, Führerschein, Mobilität. | Konkret: „SAP FI, täglich seit 2020“ statt „SAP-Kenntnisse“. |
Stichpunkte, die etwas aussagen
Der häufigste Fehler steckt nicht im Aufbau, sondern in den Stichpunkten unter jeder Stelle. Sie lesen sich wie eine Stellenbeschreibung, nicht wie ein Nachweis. Die Arbeitsagentur nennt „Aussagekraft durch Fakten und Informationen“ als Merkmal einer guten Bewerbung. Vergleichen Sie:
| Schwach | Stark |
|---|---|
| Zuständig für die Buchhaltung | Monatsabschlüsse für drei Gesellschaften erstellt; Abschlussdauer durch neue Abstimmungslisten verkürzt |
| Kundenbetreuung | Rund 120 Bestandskunden im Raum Nord betreut, davon 15 Großkunden mit eigenem Jahresgespräch |
| Mitarbeit in Projekten | Einführung eines Ticketsystems für 40 Mitarbeitende geleitet, Schulungen selbst durchgeführt |
| Gute Englischkenntnisse | Englisch C1: wöchentliche Abstimmung mit dem Team in Dublin |
Die Zahlen in den Beispielen sind erfunden und dienen nur der Illustration; setzen Sie Ihre eigenen ein, und nur solche, die Sie im Gespräch erklären können. Weitere Formulierungen nach Beruf finden Sie in den Lebenslauf-Beispielen, etwa für den Vertrieb.
Lücken im Lebenslauf ehrlich erklären
Lückenlos heißt nicht, dass jede Woche belegt sein muss. Laut Bewerbungskompass müssen Lücken unter drei Monaten zwischen zwei Beschäftigungen heute nicht mehr erklärt werden. Längere Phasen benennen Sie kurz und sachlich in einer eigenen Zeile: „Elternzeit“, „Pflege eines Angehörigen“, „berufliche Neuorientierung mit Weiterbildung in …“, „Arbeitsuche“.
Eine ehrliche Zeile wirkt besser als ein auffällig gedehnter Zeitraum bei der vorigen Stelle. Personalverantwortliche gleichen Daten mit Arbeitszeugnissen ab. Wenn Sie in der Zeit etwas gelernt oder gemacht haben, das zur Stelle passt, schreiben Sie es dazu.[2]
Berufseinstieg und Quereinstieg: andere Gewichtung, gleicher Aufbau
Wer gerade die Ausbildung oder das Studium abgeschlossen hat, stellt die Ausbildung vor die Berufserfahrung. Der Bewerbungskompass rät, bei wenig Berufserfahrung auf Ausbildung und Praktika zurückzugreifen und Fähigkeiten mit konkreten Projekten zu belegen. Ein Praktikum mit einem greifbaren Ergebnis sagt mehr als eine lange Liste von Lehrveranstaltungen.
Beim Quereinstieg hilft ein Kurzprofil von zwei, drei Sätzen ganz oben: Es erklärt, warum Ihre bisherige Erfahrung für die neue Rolle zählt, bevor jemand die Stationen liest. Sortieren Sie die Stichpunkte unter früheren Stellen so, dass übertragbare Leistungen zuerst kommen, zum Beispiel Budgetverantwortung, Kundengespräche oder die Einarbeitung neuer Kolleginnen und Kollegen. Bewerben Sie sich in einer anderen Sprache, übernimmt die Übersetzung des Lebenslaufs den Text und behält das Layout.[2]
In sieben Schritten zum fertigen Lebenslauf
So gehen Sie vor, wenn Sie Ihren Lebenslauf neu schreiben oder einen alten gründlich überarbeiten.
- 01
Stellenanzeige auswerten
Markieren Sie in der Ausschreibung die geforderten Kenntnisse, Werkzeuge und Begriffe. Der kostenlose Abgleich mit der Stellenanzeige zeigt, welche davon in Ihrem Text fehlen.
- 02
Vorlage wählen
Für die meisten Bewerbungen in Deutschland passt eine ruhige, tabellarische Vorlage mit Zeitangaben links. Einen Überblick gibt die Seite Lebenslauf Vorlage.
- 03
Persönliche Daten eintragen
Name, Anschrift, Telefon und E-Mail. Entscheiden Sie bewusst, ob Sie Foto, Geburtsdatum und Familienstand angeben.
- 04
Stationen rückwärts auflisten
Die aktuelle Stelle zuerst, jeweils mit Monat und Jahr. Danach Ausbildung, Weiterbildungen und Kenntnisse.
- 05
Stichpunkte schärfen
Pro Stelle drei bis fünf Ergebnisse, beginnend mit einem Verb. Streichen Sie, was für die Stelle keine Rolle spielt.
- 06
Prüfen lassen
Lesen Sie den Text laut, lassen Sie ihn gegenlesen und nutzen Sie den kostenlosen Lebenslauf-Check, der Kontaktdaten, Überschriften, Datumsangaben und Länge prüft.
- 07
Abschließen und speichern
Ort, Datum und Unterschrift ergänzen, als PDF speichern und eindeutig benennen, etwa „Lebenslauf_Vorname_Nachname.pdf“.
Vorlagen für den Einstieg
Drei Layouts, die sich für die Anleitung oben eignen. Alle Vorlagen sehen Sie in der Galerie.

Contemporary
Serifenlose Schrift, ein dezenter Farbakzent, eine Spalte. Ein guter Standard für Büro-, IT- und Projektrollen.

Sidebar
Kenntnisse und Sprachen in einer linken Spalte, die Laufbahn rechts. Die Lesereihenfolge bleibt logisch.

Compact
Für lange Laufbahnen, die auf zwei Seiten passen müssen, ohne die Schrift zu verkleinern.
Anschreiben und Anlagen gehören dazu
Zur vollständigen Bewerbung gehören in Deutschland meist ein Anschreiben und Anlagen. Das Anschreiben sollte nach Empfehlung der Arbeitsagentur nicht länger als eine DIN-A4-Seite sein, sich auf die konkrete Stelle beziehen und Ihre fachliche und persönliche Eignung begründen. Gehaltswünsche nennen Sie nur, wenn danach gefragt wird.
Als Anlagen legen Sie die Nachweise bei, die für die Stelle zählen: Arbeitszeugnisse, Ausbildungs- oder Studienabschluss, relevante Weiterbildungen. Ein Deckblatt ist kein Muss und bei Online-Bewerbungen verzichtbar. Das Anschreiben gestalten Sie in Ruubu im selben Design wie den Lebenslauf mit dem Anschreiben-Editor; für das Vorstellungsgespräch hilft die Gesprächsvorbereitung mit Fragen zu Ihrer Stelle.[1][2]
Was nicht in den Lebenslauf gehört
- Gehaltsvorstellungen: Sie gehören, wenn gefragt, ins Anschreiben.
- Religion, Gesundheit oder Parteizugehörigkeit, sofern sie nichts mit der Stelle zu tun haben.
- Vollständige Schulzeugnisse aller Jahrgänge. Berufserfahrene nennen den höchsten Schulabschluss.
- Hobbys ohne Bezug zur Stelle. Ein Ehrenamt mit Verantwortung kann dagegen ein echter Pluspunkt sein.
- Begründungen für Kündigungen: Das klären Sie, falls nötig, im Gespräch.
Häufige Fragen
- Wie lang darf ein Lebenslauf sein?
- Die Bundesagentur für Arbeit nennt höchstens zwei DIN-A4-Seiten. Mit wenig Berufserfahrung reicht in der Regel eine Seite.
- Muss ich den Lebenslauf unterschreiben?
- In Deutschland ist es üblich. Bei einer Bewerbung per Post unterschreiben Sie mit Vor- und Nachnamen, bei einer Online- oder E-Mail-Bewerbung fügen Sie eine eingescannte Unterschrift ein.
- Muss ich jede Lücke erklären?
- Nein. Lücken unter drei Monaten zwischen zwei Stellen brauchen keine Erklärung. Längere Phasen benennen Sie kurz und sachlich in einer eigenen Zeile.
- Soll ich für jede Bewerbung einen neuen Lebenslauf schreiben?
- Nicht neu schreiben, aber anpassen: Kenntnisse, die die Stelle verlangt, nach vorn stellen und Unwichtiges kürzen. Mit einer Grundversion und einer Variante pro Bewerbung geht das schnell, in Ruubu über die Anpassung an die Stellenanzeige.
- Kann ich meinen Lebenslauf kostenlos prüfen lassen?
- Ja. Der Lebenslauf-Check ist kostenlos und ohne Konto nutzbar. Sie erhalten eine Bewertung und eine Liste konkreter Verbesserungen. Auch die Bundesagentur für Arbeit bietet Beratung zur Bewerbung an.
Quellen
Aussagen zu Regeln und Empfehlungen stützen sich auf diese Seiten. Wir haben jede Quelle selbst aufgerufen und gelesen.
- [1]Bewerbung schreiben · Bundesagentur für Arbeitwww.arbeitsagentur.de/arbeitslos-arbeit-finden/bewerbungstraining/bewerbung-schreiben ·
- [2]Bewerbungskompass für Arbeitsstellen (PDF) · Agentur für Arbeitwww.arbeitsagentur.de/vor-ort/datei/bewerbungskompass-arbeit_ba093152.pdf ·
Weiterlesen
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